Vom “Rebhuhn” zum “Pariser Hof”

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Foyer und Bar

Im Herzen der Kurstadt gelegen, hat das Haus in der Spiegelgasse eine bewegte Geschichte. Das erste Gebäude brannte beim großen Stadtbrand 1547 ab. Im 30jährigen Krieg blieb wieder kein Stein auf dem anderen. Der erste namentlich bekannte Besitzer des Gasthofs »Rebhuhn« wurde 1724 der Jude Jekof. Der Gasthof erhielt die Funktion eines jüdischen Badhauses. Von 1732 bis 1790 war das »Rebhuhn« Sitz einer Synagoge.

Als unter Baumeister Christian Zais Wiesbaden zur modernen Kurstadt wurde, ließ der Inhaber Isaak Hiffelsheimer das in die Jahre gekommene »Rebhuhn« abreißen und 1832 einen dreistöckigen Neubau errichten, dem er den zeitgemäßen Namen »Pariser Hof« gab. Dieser Bau hat sich bis heute äußerlich fast unverändert erhalten. Nur die Stuckornamente und Putten außen über den Fenstern wurden erst um 1900 hinzugefügt.

1854 wurde der Hotelbetrieb von Anna Maria Bücher übernommen. Sie nutzte den neu geschaffenen Saal im 1. OG als »Gottesdienstlocal« für die Deutschkatholiken. Ende des 19. Jahrhunderts konnte der »Pariser Hof« mit dem Komfort der neuen Grandhotels nicht mehr mithalten.

Im Mai 1945 zogen Verlage aus Leipzig gen Westen in den »Pariser Hof«. So wurde Wiesbaden zur Keimzelle des Wiederaufbaus so berühmter Firmen wie Brockhaus- und Insel-Verlag. Die Karawane zog aber schon nach einem Jahr weiter. Nur der Limesverlag unter seinem Inhaber Max Niedermeyer, der als Verleger Gottfried Benns auftrat, blieb dem Haus treu. Spätestens in den siebziger Jahren geriet der Pariser Hof gänzlich ins Abseits.

Auf der Suche nach einem Spielort für eine Kleinkunstbühne stieß eine Initiativgruppe auf den im ersten Stock befindlichen ehemaligen Speise- und Versammlungssaal. 1986 wurde in Privatinitiative der Saal in ein Theater umgewandelt und als »Pariser Hoftheater« eröffnet.

Einige Jahre später kaufte die Stadt das Haus. Der Verfall des Hauses schritt weiter voran. 2008/09 wurde das Haus endlich saniert und damit ein wichtiger Schritt in Richtung Erhaltung historisch bedeutsamer Bausubstanz und vitaler Stadtkultur getan.

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