nach 28 Jahren erfolgreicher Kulturarbeit verabschieden wir uns aus dem Kulturleben der Stadt Wiesbaden. Das Pariser Hoftheater hat am 30. August 2014 seine Türen geschlossen. Unser Mietvertrag für die Räume in der Spiegelgasse läuft aus, und wir, die Gesellschafter des Pariser Hoftheaters, wollten ihn wegen der engen finanziellen Handlungsspielräume des Theaters nicht verlängern.

Daß alle sechs heutigen Gesellschafter auch Gründungsmitglieder des Pariser Hoftheaters sind, sagt viel über die Kontinuität, den Zusammenhalt und die Wetterfestigkeit aus, die unsere Institution geprägt haben.

Unser Programm umfaßte ein breites Spektrum: Wir haben politisches Kabarett, Comedy, Musik-Kabarett, Buchvorstellungen und Filmabende angeboten. Manche unserer Künstler sind regional aktiv, andere deutschlandweit unterwegs. Wir haben junge Talente entdeckt und gefördert, vor allem aber Künstlerinnen und Künstler präsentiert, die eine feste Größe auf Deutschlands Kabarettbühnen sind.

In Eigenproduktionen haben wir künsteübergreifende Theaterabende (Beispiel: Wilfried Webers Rekonstruktion von Kandinskys “Bilder einer Ausstellung”, 1988), literarisch-musikalisch-kulinarische Abende (Beispiel: “Neugier auf Napoli” nach einer Idee von Fortunato la Pietra, 201 Vorstellungen seit 1998) und Operetten inszeniert (Beispiel: “Madame Pompadour” im Caligari, 1994).

In den 80er Jahren haben wir damals brisante Themen in jährlich wiederkehrenden Festivals fokussiert (Beispiele: Frauenkabarettfestival und Schwulen- und Lesben- Theaterfestival).

Für große Veranstaltungen haben wir andere Räume in Wiesbaden angemietet (Beispiel: Hagen Rether im Kurhaus). Nur in Ansätzen läßt sich unsere umfangreiche Theaterarbeit hier darstellen.

Außerdem war das Pariser Hoftheater immer auch ein Ort für Lesungen und Vorträge und ein Forum für die Diskussion gesellschaftlich relevanter Themen. Wir sind stolz auf die Qualität und Vielfalt des Programmangebots, das wir auf die Bühne gebracht haben, und danken unserem Publikum sehr, sehr herzlich für das Interesse an unserem Programm und die Anerkennung unserer Arbeit.

Die Gesellschafter des Pariser Hoftheaters

Auf unsere Ankündigung, das Pariser Hoftheater zu schließen, haben wir viele mails erhalten.

Hier einige Zitate:

„Wiesbaden ohne Pariser Hoftheater ist nicht das gleiche. Ich wollte mich einfach persönlich für die tolle enge Zusammenarbeit der letzten Jahre bedanken. Für die unzähligen schönen Abende bei euch. Ihr habt Großartiges geleistet, und ich gehöre zu denen, die davon profitieren durften.“
(Ken Bardowicks, Kabarettist)

„Mit Bestürzung habe ich von der Schließung des Theaters erfahren, in dem ich mit Freunden schon viele unglaublich schöne und witzige und unterhaltsame Abende verbracht habe. Es ist mehr als bedauerlich, dass diese Institution schließen wird, und ich hoffe noch auf ein Wunder… Ich kann Ihre Entscheidung verstehen, aber Wiesbaden wird um eine wichtige attraktive Einrichtung ärmer.“
(Ingrid Marx, Gast)

„Wir von FGKH bedauern sehr, dass Ihr das Theater schließt. Die Gründe sind nachvollziehbar. Die Lücke, die das in die Wiesbadener Kulturlandschaft reißen wird, kann nicht geschlossen werden. Ihr habt immer ein Programm auf höchstem Niveau angeboten. Und wir sind stolz, dabei gewesen zu sein. Vielen Dank für Eure Energie und Liebe, die Ihr dieser Arbeit geschenkt habt.“
(Improvisationstheatergruppe „Für Garderobe keine Haftung“)

„Das ist schade. Ein weiteres Stück Wiesbaden geht verloren.“
(Christoph Schulz, Inhaber der Wiesbadener Firma „Piano-Schulz“)

„Ihre Nachricht hat mich völlig überrascht, und es ist natürlich immer sehr enttäuschend, wenn eine kulturelle Einrichtung, insbesondere mit diesem Format, verloren geht.“
(Achim Verheyen, Gast)

Das Theater

mit Förderung durch das Kulturamt Wiesbaden